Louise Hires a Contract Killer


Filmstart: 24.9.
Regie: Benoit Delépine und Gustave Kevern;
Darsteller: Yolande Moreau, Bouli Lanners, Sylvie van Hiel u.a.

Drei Jahre ist es her, da begeisterte das französische Autoren-Schauspieler-Regisseurs-Duo Benoit Delépine und Gustave Kevern mit der trockenen Schwarzweißkomödie "Aaltra" deutsche Arthouse-Fans. Nun setzen sie mit ihrem dritten gemeinsamen Film (Nummer 2, der völlig kryptische "Avida", hatte keinen deutschen Start) in punkto schwarzem Humor noch einen drauf. Louise ist groß, untersetzt, kann kaum lesen und arbeitet mit stoischer Miene in einer Stofffabrik – bis über Nacht die Maschinen verschwinden und alle Angestellten ihren Job los sind. Was soll man mit der kargen Abfindung anfangen? Louise hat eine Idee: "Warum eigentlich bringen wir den Chef nicht um?" Große Zustimmung unter den Kolleginnen, also macht sich Louise auf die Suche nach einem Killer. Sie trifft auf den großmäuligen, dafür umso dilettantischeren Möchtegern-Macho Michel. Der nimmt den Auftrag gerne an und hat auch schon einen Trick auf Lager, um selbst nicht schießen zu müssen: Er überredet todkranke Mitmenschen, doch kurz vor ihrem Ableben durch den Mord eine „gute Tat" zu vollbringen.

Knallbunte Farben, merkwürdige Bildausschnitte, ein Humor an der Grenze zur Unverschämtheit – Delépine und Kervern ist absolut nichts heilig, was für irritierende Momente und viel tiefschwarzen Vergnügen sorgt. Der große Unterschied zu anderen Spaßmachern: Die beiden ergötzen sich nicht nur an geschmacklosen Witzen, sondern gehen mit ihrer Bildsprache, ihrem Timing und dem knalligen Gitarrensoundtrack virtous mit dem Medium Kino um. Das Ergebnis ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber überaus frech und erfrischend. Und gleichzeitig entsteht das Bild einer Welt, in der auf nichts mehr Verlass ist – nicht einmal auf das Geschlecht der Hauptfiguren.

Martin Schwarz

Stand: 14.9.2009

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